Aktuelles zu relevanten Themen

10.10.2021 10:48

Jugendliche noch immer psychisch belastet

Als Schulen und Sportvereine geschlossen waren, ist die Zahl der psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen in die Höhe geschnellt. Zwar haben die Schulen wieder auf. Vielen Jugendlichen geht es aber nach wie vor schlecht.

Am Sonntag (10.10.) ist der Tag der seelischen Gesundheit. Und diese ist besonders bei Kindern und Jugendlichen schwer angeschlagen durch die Pandemie. Mehr als die Hälfte der österreichischen Schülerinnen und Schüler zeigte im Winter dieses Jahres depressive Symptome, viele berichteten über Ängste und Schlafstörungen. Im März veröffentlichten die Donau Uni Krems und die Meduni Wien eine Studie mit diesen alarmierenden Zahlen.

Unsicherheit macht krank

Essstörungen, Drogenkonsum, Selbstverletzung und Suizidversuche haben seit Corona massiv zugenommen, berichtet auch Barbara Haid vom Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie. Sie arbeitet als Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche in eigener Praxis in Innsbruck und ist außerdem als Psychotherapeutin am Landeskrankenhaus in Hall tätig. Nach einem etwas entspannteren Sommer gibt es jetzt wieder eklatant steigenden Bedarf, berichtet sie.

Der ganze Artikel unter science.orf.at

05.10.2021 09:43

UNICEF: Jeder siebente junge Mensch mit psychischen Störungen

Angststörungen, Depressionen, Verhaltensauffälligkeiten: Jeder siebente junge Mensch im Alter zwischen zehn und 19 Jahren leidet nach Angaben der UNO-Kinderhilfsorganisation (UNICEF) unter einer diagnostizierten psychischen Störung.

Durch die Einschränkungen der Coronavirus-Pandemie kommen nun noch Auswirkungen hinzu, die „gravierend“ seien und „über viele Jahre“ spürbar, warnte UNICEF in einem neuen Bericht. Die CoV-Folgen für die Psyche von Kindern und Jugendlichen seien aber „nur die Spitze des Eisbergs, denn bereits vor der Pandemie litten viel zu viele Kinder an psychischen Belastungen“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore.

UNICEF verwies darauf, dass es weltweit eine große Lücke zwischen dem Bedarf an Hilfsangeboten und den verfügbaren Geldern für die Behandlung psychischer Auffälligkeiten und Störungen bei jungen Leuten gebe. Die Regierungen würden weniger als zwei Prozent ihres Gesundheitsbudgets dafür ausgeben, heißt es in dem neuen „Bericht zur Situation der Kinder in der Welt“, der erstmals den Schwerpunkt auf mentale Gesundheit legt.

orf.at/stories

17.09.2021 16:03

Corona-Krise: Tipps für den Umgang mit der Situation & die Psyche

Die Situation rund um die Corona-Krise ist für alle herausfordernd. Sie hat zahlreiche Auswirkungen auf den Alltag und das Zusammenleben. Hier finden Sie Tipps zum Umgang mit der aktuellen Situation sowie einen Überblick über Informations- und Beratungsangebote. 

Zur Website gesundheit.gv.at, wo Sie viele Hinweise und Tipps wie z.B. folgende finden können:

Tipps zum Umgang mit der Corona-Krise

Das Zentrum für Public Health an der Medizinischen Universität Wien hat basierend auf Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Text für den Umgang mit der aktuellen Situation zusammengestellt.

Hier die Tipps im kurzen Überblick mit zusätzlichen praktischen Hinweisen:

Versuchen Sie so gut wie möglich eine Tagesroutine beizubehalten.

  • Achten Sie auf Ihre Gefühle und Bedürfnisse. Weitere Informationen finden Sie unter Tipps zum Umgang mit Gefühlen sowie Entspannt und fokussiert durch Achtsamkeit.
  • Pflegen Sie einen möglichst gesunden Lebensstil mit Aktivitäten, die Ihnen auch Freude bereiten und zu Ihrer Entspannung beitragen.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Corona-Krise: Mit Bewegung gesund bleiben.
  • Ernähren Sie sich gesund. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Corona-Krise: Gesunde Ernährung für zu Hause.
  • Halten Sie Schlafroutinen ein. Weitere Informationen finden Sie unter Gut schlafen.
  • Nehmen Sie in Krisensituationen Hilfsangebote war. Hilfseinrichtungen für psychosoziale Krisen nach Bundesländern sortiert finden Sie auf dem Öffentlichen Suizidpräventionsportal. Zudem finden Sie Beratungs- und Unterstützungsangebote für die Psyche auf www.oesterreich.gv.at. 
  • Bleiben Sie in Verbindung mit Ihrem sozialen Netzwerk z.B.  auch über E-Mail, Videochat, Telefon oder soziale Medien.
  • Gehen Sie achtsam mit dem Einholen von Informationen um: Vermeiden Sie Nachrichten, die in Ihnen möglicherweise Stress, Angst oder Panik auslösen. Suchen Sie jedoch nach Informationen für Ihr Alltagsleben sowie wie sie sich und nahestehende Menschen schützen können. Nutzen Sie als Informationsquelle ein- bis zweimal täglich vor allem Gesundheitsbehörden oder auch die Website der WHO. Das hilft unter anderen Fakten von Gerüchten zu unterscheiden.
  • Schützen Sie sich selbst und andere. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf www.oesterreich.gv.at. 
  • Helfen Sie, wenn möglich, anderen Menschen. Das kann sowohl für die Person, der Sie helfen, als auch für Sie selbst hilfreich sein. Möglichkeiten, Mitmenschen zu unterstützen, finden Sie auf www.oesterreich.gv.at unter.

Die vollständige Version der Empfehlungen inklusive weiterer Hinweise finden Sie auf der Website des Sozialministeriums.

30.08.2021 08:29

Was Paare in der Coronazeit zusammenhält

Autorin: Friederike Invernizzi


Liebe und Partnerschaft stehen in der Coronazeit unter großen Belastungen. Dr. Jan Kalbitzer erklärt, wie Paare mit der Situation umgehen können.

Forschung & Lehre: Herr Kalbitzer, einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey zufolge wird sich die Zahl der Scheidungen in Deutschland infolge der Corona-Einschränkungen voraussichtlich um ein Fünffaches erhöhen. Überrascht Sie diese Entwicklung?

Jan Kalbitzer: Das überrascht mich nicht. Allerdings erscheint mir der Blick auf solche Statistiken fragwürdig. Mit solchen Zahlen sollte vorsichtig umgegangen werden. Ich beobachte bei Paaren, dass sie schauen, was andere Paare machen und wofür sich diese entscheiden. Sie suchen Orientierung. Es ist aber ganz wichtig, dass man als Paar den Blick auf die eigenen Werte richtet. Den Abgleich mit dem Durchschnitt, in diesem Falle die Scheidungsstatistik, halte ich für keine gute Idee.

F&L: Die Zahlen könnten ein Hinweis dafür sein, dass Paare in Corona unter stärkeren Belastungen stehen als vorher….

Jan Kalbitzer: Das stimmt. Aber ich sehe durchaus auch Positives in der aktuellen Situation, die zur Folge hat, dass Paare mehr zusammen sind. Meist entsteht so ein intensives Zusammensein tatsächlich in Zeiten, in die man mit vielen falschen Erwartungen und Vorstellungen "hineinschlittert", wie dem Urlaub oder Feiertagen. Paare verbringen in solchen Situationen ziemlich viel Zeit miteinander und sind gezwungen, Werte und Wünsche miteinander abzugleichen. Sie müssen sich damit auseinanderzusetzen, wie sie damit umgehen können, auf engstem Raum zusammen zu sein. Das ist mitunter anstrengend und mit vielen Enttäuschungen verbunden. Häufig leiden Partnerinnen und Partner darunter, dass sich in einer Partnerschaft bestimmte Verhaltensmuster über Jahre eingeschlichen haben, die sich nicht mehr ändern lassen: ein unfreundlicher Ton, die eine oder andere Unaufmerksamkeit oder Respektlosigkeit, die man dann wieder vergisst, weil man mit anderen Dingen beschäftigt ist. Die Weihnachtszeit führt daher oft zu Paarkonflikten, trotzdem kehren die Leute danach wieder in ihren Alltag zurück und lenken sich mit Freizeitaktivitäten oder mit der Arbeit von den Frustrationen in der Beziehung ab.

Der ganze Artikel auf www.forschung-und-lehre.de

03.08.2021 17:55

Psychische Belastungen und Störungen in Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie

Dr. Dipl. Psych. Markus Stingl, Psychologischer Psychotherapeut & Dr. med. Bernd Hanewald, Facharzt für Psychiatrie
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der JLU Gießen, Klinikstr. 36, 35392 Gießen

Die COVID-19-Pandemie bedeutet psychischen Stress und kann psychische Störungen verstärken oder auslösen.

......

Häufige Realängste sind:

  • Ängste, sich selbst anzustecken, zu erkranken und zu versterben;
  • Ängste auch vor relativ einfach zu behandelnden Symptomen und Erkrankungen;
  • Angst, durch das Aufsuchen von Einrichtungen des Gesundheitswesens zu erkranken;
  • Sorgen, den eigenen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten zu können, während einer Isolation nicht arbeiten zu können oder gekündigt zu werden;
  • Angst vor Insolvenz des eigenen Unternehmens oder des Unternehmens des Arbeitgebers
  • Gefühle von Hilflosigkeit und Einsamkeit infolge von Isolation;
  • Misstrauen und Ärger gegenüber allen, die mit der Krankheit in Verbindung gebracht werden;
  • Stigmatisierung und Angst vor Patientinnen und Patienten, Gesundheitsfachkräften und Menschen, die Erkrankte pflegen;
  • das Ablehnen von Ansprache durch Gesundheitsfachkräfte oder Freiwillige.

Diese Ängste und Sorgen können durch Unsicherheit und Ungewissheit verstärkt werden und sogar zur Entstehung einiger psychischer Erkrankungen beitragen oder vorhandene Störungsbilder verschlechtern.

Der ganze Artikel auf www.uni-giessen.de

30.06.2021 18:23

Covid-19 und die Psyche

Autorin: Katharina Kropshofer

Thomas Probst untersucht, wie sich die Pandemie auf die psychische Gesundheit auswirkt.

Wiederholte Lockdowns, eine ungewisse Zukunft und Sorgen um Angehörige oder sich selbst: Die Pandemie wirkte sich auch auf die psychische Gesundheit aus. Thomas Probst, Professor für Psychotherapiewissenschaften an der Donau-Universität Krems, war einer der Ersten, die das Thema wissenschaftlich erforschten. Gemeinsam mit seinen Kollegen führte er zuerst im April 2020 und dann noch einmal im Herbst und vor Weihnachten eine Befragung mit rund 1000 Personen durch.

Die Ergebnisse überraschten: "Wir hätten erwartet, dass die psychische Belastung nach den ersten Lockerungen etwas zurückgeht. Aber die Depressions- und Angstwerte waren stets im auffälligen Bereich", sagt Probst. 20 bis 25 Prozent der Menschen gaben laut Screening-Fragebogen – der keine Diagnose bedeutet – an, eine solche psychische Belastung verspürt zu haben.

Zum Vergleich: Vor der Pandemie waren es vier bis fünf Prozent. Die höchsten Werte fanden die Forschenden unter jungen Erwachsenen und Schülern. "Unsere Motivation war, das schnell zu untersuchen und zu begleiten, weil klar war: Der Bedarf für psychische Hilfsangebote ist groß."

Der ganze Artikel auf www.derstandard.at/covid-19-und-die-psyche